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In der Agenda 2030 wird klar, dass öffentliche Gelder nicht ausreichen, um nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Immer mehr Regierungen binden deshalb Unternehmen ein: die bilaterale Entwicklungshilfe an lokale Firmen stieg von rund 1,3 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2016 auf 3,1 Milliarden im Jahr 2022. Gleichzeitig betonen internationale Leitlinien, dass Lokalisierung – also die Verlagerung von Entscheidungsgewalt und Ressourcen in die betroffenen Regionen – und Rechenschaftspflicht über die Effektivität entscheiden. Dieses Paper zeigt, wie diese Trends zusammenspielen und wie Koller Impact Consulting Sie dabei unterstützt, partnerschaftlich und wirkungsorientiert zu handeln.
Warum die Wirtschaft wichtig ist – aber nicht alleine
Unternehmen verfügen über Kapital, Innovation und Geschäftsmodelle, die soziale Projekte skalieren können. Die OECD zeigt, dass immer mehr Entwicklungsagenturen lokale Unternehmen direkt fördern. Erfolgreiche Beispiele sind der Huruma‑Fonds aus Spanien, der Mikrofinanzierung und Schulungen für Kleinbauern in Wertschöpfungsketten wie Kaffee, Kakao und Bananen kombiniert, oder das Schweizer SECO, das in Peru die Wertschöpfungsketten von Kaffee, Kakao und Zucker verbessert. Solche Partnerschaften verbinden Finanzierung mit technischem Know‑how und eröffnen Märkte.
Doch es gibt Risiken: Laut einem OECD‑Kommentar setzen Geber oft auf profitorientierte Konzerne, um sinkende multilaterale Mittel zu kompensieren. Diese Firmen haben oft wenig lokales Wissen und könnten öffentliche Güter vereinnahmen. Deshalb braucht es klare Regeln und Verantwortlichkeiten.
Leitplanken: Kampala‑Prinzipien und Lokalisierung
Für eine verantwortungsvolle Einbindung der Wirtschaft existieren internationale Rahmenwerke. Die Kampala‑Prinzipien (2019) nennen fünf Grundsätze für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit mit Unternehmen:
- Lokale Eigenverantwortung: Initiativen sollen die nationalen Entwicklungspläne unterstützen und lokale Kapazitäten stärken.
- Ergebnisse und Wirkung: Projekte müssen messbare Ergebnisse liefern und auf nachhaltigen Einfluss zielen.
- Inklusive Partnerschaften: Alle relevanten Akteure – staatlich, privat und zivilgesellschaftlich – werden einbezogen.
- Transparenz und Rechenschaft: Informationen und Entscheidungsprozesse sind offen, und es gibt klare Mechanismen für Beschwerde und Feedback.
- Niemanden zurücklassen: Besondere Risiken für verletzliche Gruppen werden aktiv berücksichtigt.
Lokalisierung ist mehr als ein Schlagwort: Das Global Nutrition Cluster beschreibt sie als Prozess, der Machtungleichgewichte zwischen internationalen Akteuren und lokalen Gemeinschaften anerkennt und in lokale Fähigkeiten, Führung und Ressourcen investiert. Lokale Organisationen reagieren schneller, haben tiefes Kontextwissen und sorgen für nachhaltige Lösungen. Eine UNDP‑Studie zeigt, dass Vertrauen in öffentliche Institutionen wächst, wenn formale Rechenschaftssysteme (Gesetze, Audits, offene Daten) mit traditionellen Praktiken gegenseitiger Verantwortung verbunden werden.
Community Engagement und Bürgerrechenschaft als Erfolgsfaktoren
Nachhaltige Entwicklung braucht die aktive Einbindung der betroffenen Menschen. Die IFRC definiert Community Engagement and Accountability (CEA) als eine Arbeitsweise, die die Gemeinschaft als gleichberechtigte Partner anerkennt: ihre Meinungen werden in Planung und Steuerung einbezogen, die Kommunikation ist offen, und es gibt Feedback‑Mechanismen. Gleichzeitig betont ein OECD‑Blog, dass private Unterstützung und humanitäre Hilfe mit sozialer Rechenschaft zusammenwirken müssen, um Regierungen gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern rechenschaftspflichtig zu machen – diese Synergie kann die öffentliche Rechenschaft radikal verbessern.
Eine weiter gefasste Definition von Rechenschaftspflicht bezeichnet sie als das Recht, Antworten zu verlangen, und die Pflicht, Antworten zu geben. Sie umfasst die Möglichkeit, staatliche Akteure zu hinterfragen und gegebenenfalls zu sanktionieren. Ohne diese Rechenschaftsstrukturen besteht die Gefahr, dass Gewinninteressen über das Gemeinwohl gestellt werden.
Lokale Theorie des Wandels: Von Inputs bis Impact
Um Zusammenarbeit mit der Wirtschaft effektiv zu gestalten, hilft ein klarer Wirkungsrahmen. Basierend auf Forschung und Praxis könnte eine Theorie des Wandels folgende Elemente enthalten:
- Input & Kontext: Gemeinsam definierte lokale Prioritäten; Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle an den Nachhaltigkeitszielen ausrichten; Geber, die Ressourcen direkt an lokale Akteure leiten.
- Aktivitäten: Ko‑Design von Programmen mit Gemeindevertreter*innen, Behörden, Zivilgesellschaft und Unternehmen; Aufbau lokaler Kapazitäten; Entwicklung von Feedback‑ und Beschwerdemechanismen; Integration von Gleichstellungs‑ und Inklusionsaspekten; gemeinsames Risikomanagement.
- Outputs: Lokales Eigentum an Projekten; diversifizierte Finanzierungsquellen (Blended Finance, Impact‑Investments); bessere Dienstleistungsqualität; verbesserte Datenlage.
- Outcomes: Stärkeres Vertrauen zwischen Gemeinschaften, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen; resiliente lokale Wirtschaft; stärkere Selbstbestimmung marginalisierter Gruppen; Skalierung von Innovationen; robuste Rechenschaftsmechanismen.
- Impact: Nachhaltige, gerechte Entwicklung, bei der Gemeinden aktive Gestalter sind; geringere Abhängigkeit von externer Hilfe; privatwirtschaftliche Engagements, die öffentliche Güter schützen und Menschenrechte respektieren.
Dieses Konzept entspricht dem von Brookings empfohlenen Ansatz, für lokal geführte Entwicklung einen systemischen Wirkung Rahmen (Theory of Change) zu entwickeln und den Zusammenhang zwischen humanitärer und Entwicklungszusammenarbeit anzuerkennen.
Wie Koller Impact Consulting Sie unterstützt
Als Beratungsfirma mit Sitz in der Schweiz begleiten wir NGOs, Behörden und Unternehmen, die positive Wirkung erzielen möchten. Unsere Dienstleistungen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praxisnaher Erfahrung:
- Lokales Eigentum stärken: Wir moderieren partizipative Bedarfsanalysen und richten lokale Beiräte ein, damit Initiativen den Bedürfnissen und Strategien vor Ort entsprechen. So fördern wir echte lokale Führung und Eigenverantwortung.
- Inklusive Dialoge gestalten: In Workshops bringen wir Unternehmen, Zivilgesellschaft, Behörden und Gemeinschaften an einen Tisch. Diese Dialoge schaffen Vertrauen, bringen verschiedene Perspektiven zusammen und führen zu tragfähigen Lösungen.
- Rechenschaft verankern: Gemäss den CEA‑Grundsätzen helfen wir, Feedback‑Schleifen und community‑geleitetes Monitoring aufzubauen. Wir entwickeln transparente Beschwerde- und Informationskanäle und schulen lokale Partner im Vertrags- und Leistungsmanagement.
- Kapazitäten aufbauen: Lokale NGOs und KMU unterstützen wir durch Coaching in Finanzmanagement, Projektsteuerung und Monitoring. Wir helfen, Auflagen von Geldgebern zu erfüllen und stärken so die Unabhängigkeit der lokalen Akteure.
- Wirkungsrahmen entwickeln: Gemeinsam mit unseren Partnern erarbeiten wir eine kontextangepasste Theorie des Wandels und definieren Indikatoren, die sowohl quantitative Ergebnisse als auch qualitative Veränderungen (Macht, Rechenschaft) abbilden. Unser adaptives Management passt Programme kontinuierlich an den Kontext und das Feedback an.
Ihr nächster Schritt
Die Einbindung privater Akteure in die Entwicklungszusammenarbeit eröffnet enorme Chancen – vorausgesetzt, sie erfolgt unter lokalen Vorzeichen und mit klarer Rechenschaft. Wenn Sie Projekte konzipieren, die sowohl Wirkung als auch Respekt vor lokalen Gemeinschaften vereinen, dann sind Sie bei Koller Impact Consulting richtig.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um gemeinsam Partnerschaften zu gestalten, die Gemeinden stärken, private Innovation nutzen und dauerhafte Wirkung entfalten.